Nachdem die ehemalige T-Mobile – seit einigen Wochen heißt sie ja wieder Telekom – mir trotz ausgezeichnetem Umsatz ja kein iPhone 4 verkaufen wollte, lieferte mir nach nur einem einzigen Telefonat Vodafone Deutschland pünktlich zum 24. Juni das Gerät.
Ich empfehle den Serviceverantwortlichen der Telekom bei den Düsseldorfer Kollegen die ein oder andere Nachhilfestunde in Sachen Kundendienst zu nehmen.
Bereits seit dem iPad benötigt man für mobilfunkende Apple Hardware nicht mehr die hier üblichen SIM Karten, sondern eine kleinere Variante, die sogenannte Mini- oder MicroSIM.

Nachdem Vodafone mir also ohne weiteres Nachfragen ein nicht ans Netz gebundenes iPhone 4 geliefert hat, stellte sich mir die Frage, wie ich für meinen bestehenden Telekom iPhone 3GS Vertrag in den Besitz einer MiniSIM komme, die auch in das neue Gerät passt.
Eine kurze Recherche auf den Telekom Webseiten und die Lösung schien nahe: MultiSIM heißt das Zauberwort!
Mit der MultiSIM bekommt man zwei SIM Karten, die auf eine Rufnummer hören. Per *#-Kombination kann man festlegen, welche der beiden als Hauptkarte fungiert und SMS/MMS empfängt.
Endstation: Telekom Shop
Ganz so einfach war es dann leider im Telekom Shop an der Hermannstrasse 48 in Dortmund doch (einmal mehr) nicht.
Meine sorgfältig an einen etwas verunsichert dreinblickenden Auszubildenden vorgetragene Bitte: “Ich benötige für meinen bestehenden iPhone 3GS Vertrag zur Rufnummer 0151… eine MultiSIM Karte, jedoch in der Ausführung als MiniSIM für ein iPhone 4. Ziel ist es, dass ich das iPhone 3GS weiter betreiben kann und ein separat gekauftes iPhone 4 mit gleicher Rufnummer auch.”
Die lapidare Antwort: “Das geht nicht. MultiSIM gibt es für iPhone 4 MiniSIMs nicht.”
Hmm. Nicht gut. Ich hake nach, eine Vorgesetzte wird einbezogen, die bereits pampig reagiert und mir empfiehlt doch einfach einen neuen iPhone 4 Vertrag zu machen. Nice try und ein Upsell Versuch an der völlig falschen Stelle!
Ich bitte darum, die Zentrale anzurufen und sich in meinem Beisein noch einmal zu versichern.
Meines Wissens ist es dem intelligenten Netzrechner der Telekom nämlich völlig egal, welche Bauform die SIM Karten haben. Technisch geht es lediglich um das Mapping von Kartennummern auf Verträge und Rufnummern.
Die Vorgesetzte lehnt ab, es ginge definitiv nicht. Da brauche man nicht rumtelefonieren.
Der Auszubildende jedoch hat Mitleid mit mir und ruft trotz gegensätzlicher Anweisung in Bonn an. Dafür bekommt er von ihr vor versammelter Kundschaft ein giftiges “Markus, es reicht jetzt.” Oha, Mitarbeiterführung 6.
Und es geht doch!
Dann die Erlösung, die Techniker in der Zentrale bestätigen: Überhaupt kein Problem!
Markus händigt mir völlig zurecht nicht ohne leicht triumphierendes Lächeln zwei neue SIM Karten aus, eine große, eine kleine.
Innerhalb von maximal fünf Stunden sollte die Umschaltung vorgenommen sein. Gedauert hat es dann keine zehn Minuten und beide iPhones funktionieren wunderbar parallel.
Fazit: Wer einen bestehenden iPhone Vertrag hat und sich das neue iPhone 4 woanders besorgt, weil die Telekom nicht versteht, wie man Kunden bindet, kann in jedem Telekom Shop eine zusätzliche MiniSIM Karte erhalten.
Wichtig: Erwartungshaltung runter schrauben. Nicht abwimmeln lassen, nicht aufgeben und solange im Laden bleiben, bis eine Lösung gefunden wurde. Am Besten vorher selbst schlau machen, um dann die Mitarbeiter zu schulen.
Aber das ist für uns Telekom Kunden ja nicht wirklich neu.

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